Change not Charity – Trends aus der Fachgruppe Politik & Gesellschaft

Ein Nachbericht von Barbara Fischer

Erfahrungsaustausch in kleiner Runde und entspannter Atmosphäre – das ist das Erfolgsgeheimnis der Fachgruppe Politik. Auch beim vorerst letzten Treffen des Jahres in der Berliner Stadtmission am 25. Oktober 2011 trafen sich wieder 20 Fundraiser_innen aus Organisationen, in denen nicht das Motiv der Barmherzigkeit, sondern vor allem der Wunsch nach gesellschaftlichem Wandel im Vordergrund steht.

Ronald Pabst von Mehr Demokratie e.V. brachte es auf den Punkt: Change not Charity, das erwarten die Menschen von uns. In seinem Vortrag schilderte er seine Nöte und Erfolge im Fundraising. Denn ähnlich wie auch bei Parteien stehen Geldspenden im Schatten des Engagements der Unterstützer_innen. Sie sehen sich als tätige Mitglieder bei Aktionen. Die Bereitschaft zu wecken, zusätzlich z.B. für die Bereitstellung von Infrastruktur auch Geld zu spenden, sei nur durch kontinuierliches Werben möglich.

Eine gänzlich andere Erfahrung schilderte Sophie Langmeier, verantwortlich für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit des bayrischen Volksentscheid „Ja! zum Nichtraucherschutz“. Fast eine Viertelmillion Euro konnte die Initiative des breiten Bündnisses verschiedener Träger durch zusätzliche Spenden sammeln. Entscheidend war, dass man sich schon bei der Sammlung der Unterschriften für das Volksbegehren der Bereitschaft der Unterzeichner_innen schriftlich versichert hatte, sie auch künftig ansprechen zu dürfen. Langmeier bestätigte in der Diskussion den besonderen Charakter des Volksentscheides. Die Spende-Motivation bei diesem fest umrissenen Projekt wäre unabhängig von regionalem und sozialem Hintergrund überraschend hoch gewesen und zudem von einer allgemein anerkannten Grundbotschaft „Ja! zur Gesundheit“ gefördert worden. Nach dem Erfolg des Volksentscheides sei die Community der Spender_innen und Unterstützer_innen wieder in ihre Einzelteile zerfallen. An eine Kontinuität sei nicht zu denken.

Anschließend diskutierten die Anwesenden engagiert den Umgang des DFRV mit Institutionen mit extremistischen oder gar verfassungsfeindlichen Zielen. In Anbetracht der jüngsten Enthüllungen in Zwickau eine sehr aktuelle Fragestellung. Rasch herrschte darüber Einigkeit, bei der Problematik verfassungsfeindlicher oder anderweitig extremer Organisationen, die nicht mit den ethischen Standards, Zwecken und Grundsätzen des DFRV vereinbar seien, handele es sich nicht um eine spezifische Parteienproblematik. Sie bestünde gleichermaßen auch bei gemeinnützigen Vereinen und ähnlichen Einrichtungen sowie schließlich bei natürlichen Personen. Aus dieser Einsicht verweigerte sich die Fachgruppe der Idee, grundsätzlich Parteien von der Mitgliedschaft im DFRV auszuschließen. Jedoch sollte es sich der DFRV auch künftig vorbehalten, Personen oder Institutionen die Mitgliedschaft zu verweigern oder zu entziehen, sollte dies im Einzelfall erforderlich sein. Es gäbe kein allgemeines Recht darauf, Mitglied des DFRV zu sein.

Diese Diskussion gab dann auch den Impuls bei der Themenwahl für die kommenden Sitzungen. Die Diskussionsschwerpunkte der nächsten Treffen lauten „Transparenz – Erfordernisse und Grenzen“ und die „Beziehung von Geld und Macht“.

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Wer schreibt hier?

Susanne Thoma und Dieter Schöffmann berichten von den Aktivitäten der Fachgruppe Politik und Gesellschaft des Deutschen Fundraisingverbandes sowie über die Themen und Veranstaltungen im Bereich Fundraising und Politik.